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Westnetz und Beagle Systems prüfen Hochspannungstrasse per Drohne

Zur schnellen Behebung von Fehlern an Stromtrassen setzt Westnetz künftig auf unbemannte Flugsysteme. Nach einer rund zweijährigen Testphase starten der Verteilnetzbetreiber und Beagle Systems jetzt mit der regelmäßigen Inspektion einer Hochspannungstrasse in der Eifel. Zum Einsatz kommt eine Drohne, die weitgehend automatisiert und aus der Ferne gesteuert zum Einsatzort fliegt.


Das Modell „Beagle M“, das bei Westnetz zum Einsatz kommt, hat eine Spannweite von 2,50 Metern und kann eine Ladung von bis zu drei Kilogramm transportieren. (Quelle: Beagle Systems)


May 18th, 2022 - ew-Redaktion/Energie.de


Der Verteilnetzbetreiber Westnetz und das Hamburger Startup Beagle Systems starten mit der bundesweit ersten regelmäßigen Inspektion einer Stromleitung mithilfe von Drohnen, die aus der Ferne gesteuert werden. Die unbemannten Systeme prüfen eine 40 Kilometer lange Hochspannungs-Trasse in Gerolstein (Eifel). Im Mittelpunkt steht dabei die schnelle Behebung von Fehlern. Geht eine Fehlermeldung im System von Westnetz ein, fliegt die Drohne zum entsprechenden Abschnitt der Stromleitung und macht dort präzise Aufnahmen. So können Fehler wie ein Fremdkörper in der Leitung schnell identifiziert und behoben werden.


Der Drohnenflug findet weitgehend automatisiert entlang eines vorher festgelegten Ablaufs statt. Das unbemannte System fliegt in einer Geschwindigkeit von bis zu 150 Kilometern je Stunde selbstständig zum Einsatzort, macht dort die Bildaufnahmen und fliegt wieder zurück. Die Steuerung und Überwachung der Drohne wird durch Beagle Systems vorgenommen.


„Da wir keinen Drohnenpiloten an den Einsatzort schicken müssen, können die Flüge sehr schnell und flexibel vorgenommen werden“, so Oliver Lichtenstein, einer der Gründer von Beagle Systems. Drohneneinsätze im gewerblichen Bereich werden in Deutschland derzeit fast ausschließlich von Piloten durchgeführt, die das unbemannte System vom Boden steuern. Beagle Systems hat als einer der wenigen Anbieter eine behördliche Genehmigung, um Inspektionsflüge über unbewohntem Gelände auch außerhalb des Sichtkontakts (BVLOS – Beyond Visual Line of Sight) durchführen zu können.


Dem nun startenden Regelbetrieb war eine rund zweijährige Testphase vorausgegangen. In dieser Zeit prüften Beagle Systems und Westnetz den Drohneneinsatz unter anderem zur Inspektion von langen Stromtrassen.

Beagle Systems ist ein „Drone as a Service“-Anbieter und spezialisiert auf Langstreckenflüge mit unbemannten Flugsystemen. Das Team aus sechs Nationen entwickelt spezialisierte Langstreckendrohnen in einem Gewerbepark in Hamburg-Wandsbek. Das Modell „Beagle M“, das bei Westnetz zum Einsatz kommt, hat eine Spannweite von 2,50 Metern und kann eine Ladung von bis zu drei Kilogramm transportieren.